Projektvorhaben „Windpark Saurüssel“

Die Österreichischen Bundesforste wollen als Grundeigentümer von Flächen in den Gemeindegebieten von Oberwang, Tiefgraben, Zell am Moos, Weißenkirchen und Straß im Attergau die Windkraft für die Region nutzbar machen. Geplant ist Errichtung mehrerer Windräder am Saurüssel, die zum „Windpark Saurüssel“ zusammengefasst werden. Das Projekt umfasst nach derzeitigem Planungsstand maximal zehn Windräder modernster Bauart mit einer Leistung von je rund 3 Megawatt (MW) und einer Nabenhöhe von rund 140 Metern. Allein eines der modernen, leistungsstarken Windräder erzeugt sauberen Strom für rund 1.800 Haushalte. Nach einem mehrstufigen Prüfverfahren könnte der Baubeginn des Windparks frühestens 2017/2018 erfolgen. Das Projekt wird von einem hochqualifizierten Planungsteam, bestehend aus Experten aus den Bereichen Raum- und Landschaftsplanung, Ökologie und Naturschutz, Energie und den Österreichischen Bundesforsten, betreut.

Projektstatus

Seit 2013 werden auf dem Saurüssel Windmessungen mittels Windmessmasten durchgeführt. Zusätzlich wurden an weiteren Standorten im Projektgebiet mit mobilen lasergestützten Messgeräten Messungen vorgenommen. Diese lassen insgesamt auf gute Windverhältnisse für den Saurüssel schließen. Als nächster Schritt erfolgt eine umfangreiche technische Planung. Nach Abschluss aller Untersuchungen und Planungen wird das Projekt in allen Standortgemeinden vorgestellt, bevor es zur behördlichen Prüfung eingereicht wird.

Vorrangzone

Das Projektgebiet befindet sich zur Gänze innerhalb einer laut oberösterreichischem Windenergiemasterplan ausgewiesenen Vorrangzone auf den Gemeindegebieten Oberwang, Tiefgraben, Zell am Moos, Weißenkirchen im Attergau und Straß im Attergau. Das geplante Vorhaben liegt mitten in einem gut erschlossenen Wirtschaftswald in deutlicher Entfernung zu Wohnungsgebieten. Östlich des Lichtenbergs sind keine Windräder geplant.

Strenges Prüfverfahren

In Österreich wird jede Errichtung eines Windparks einem strengen Prüfverfahren unterzogen, bei dem sämtliche technischen sowie raum- umweltrelevanten Aspekte geprüft werden. Raumordnerische Voraussetzung für die Errichtung eines Windrades ist die entsprechende Widmung der Flächen, auf der dann das Windrad errichtet werden sollen. Darauf folgt ein umfangreiches Genehmigungsverfahren (UVP-Verfahren), bei dem die Umweltverträglichkeit des Projektes gemäß Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz 2000 (UVP-G 2000) in allen vom Bau berührten Fachbereichen (von der Arbeitsmedizin über die Ökologie bis hin zum Landschaftsschutz) geprüft wird. Erst nach positiver Umweltverträglichkeitsprüfung fällt eine Entscheidung über die Genehmigung des Windparks. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung erfolgt eine genaue Abwägung und umfassende Beurteilung des Vorhabens etwa hinsichtlich Naturschutz, Landschaftsbild, Waldökologie und Siedlungsraum.

Wald und Windkraft

Die geplanten Windräder befinden sich in einem gut erschlossenen, intensiv genutzten Wirtschaftswald. Es handelt sich um kein Schutzgebiet. Pro Windrad wird eine kleine Fläche von rd. 2.000 m2 benötigt, die nach Errichtung des Windrades und Abschluss aller Bauarbeiten teils wieder bepflanzt wird. Darüber hinaus können bestehende Forststraßen zu Wartung und Betrieb der Anlagen genutzt werden.

Windpark Munderfing in Oberösterreich
© Astrid Knie
Windkraft und Landschaft

Der Mensch hat von jeher die Landschaft gestaltet – mit Land- und Forstwirtschaft, Betrieben und Industrie, Siedlungen, Verkehrswegen oder Kraftwerken. Windräder sind Teil davon und auch Teil eines Entwicklungsprozesses in der Gesellschaft. In den Wäldern selbst, etwa bei einem Waldspaziergang, sind die Windräder meist nur aus der Nähe wahrzunehmen. Am Ende ihres Lebenszyklus, nach rund 25 Jahren, können Windräder problemlos abgebaut, demontiert und die Bestandteile wiederverwertet werden. Die Fundamente werden abgetragen und der ursprüngliche Zustand des Standortes wieder hergestellt.

Windpark Munderfing in Oberösterreich
© Astrid Knie
Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen

Kann Schattenwurf bei bewohnten Häusern auftreten?

Durch die gesetzlich vorgeschriebenen Abstände zu bewohnten Häusern kann der so genannte „Discoeffekt“ in der Praxis nicht eintreten.

Kann es zu Lärmbeeinträchtigung, Infraschall oder negativen gesundheitlichen Auswirkungen kommen?

Beeinträchtigungen durch Lärm, Infraschall oder sonstige gesundheitliche Auswirkungen sind durch die Situierung des Windparks nahezu auszuschließen. Das geplante Vorhaben liegt im Waldgebiet und damit in deutlicher Entfernung zu Wohnungsgebieten. Die Abstände werden über den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabständen liegen.

Werden für die Windkraftanlagen zusätzliche Stromleitungen gebaut?

Es werden keine neuen Freileitungen für den Windpark errichtet. Geplant ist eine Erdverkabelung bis zum nächstgelegenen Umspannwerk.

Wie hoch ist die Gefahr eines Brandes?

Brände kommen bei modernen Windenergieanlagen sehr selten vor. Die Anlagen werden mit einem im Flugzeugbau verwendeten innovativen Feuerlöschsystem ausgestattet, das mögliche Brandherde bereits in einem sehr frühen Stadium löscht.

Was passiert bei Eisabfall?

Moderne Windkraftanlagen haben ein System, das Eisansatz an den Rotorblättern sofort erkennt und die Anlage abstellt, um dann die Rotorblätter mit Hilfe eines Heizungssystems gezielt abzutauen.

Wie hoch sind die Windräder?

Es sollen Windenergieanlagen der neuesten Generation eingesetzt werden. Die   Nabenhöhe soll zwischen 130 und 140m betragen, der Rotorradius soll rund 60 Meter haben. Dies dient als Richtwert, da zu diesem Zeitpunkt noch kein bestimmter Anlagentyp feststeht. Der Wind strömt in größeren Höhen stärker und gleichmäßiger und kann so effizienter „geerntet“ werden.

Gibt es genügend Wind auf dem Saurüssel?

Erste Berechnungen weisen dem Gebiet gute Windverhältnisse aus. Die Windverhältnisse liegen leicht über den des schon in Betrieb befindlichen Windpark Munderfing.

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